Tierheim Tecklenbuerger Land
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Dobby...zum zweiten

Junger Wilder mit ganz viel Potenzial.......hat Herz zu verschenken........man muss allerdings wissen wie es geht.....

Spricht da wer von mir? Wegen dem Potenzial. Und wegen dem Herz. Vor allem wegen meinem. Das leidet nämlich ganz ordentlich, weil ich seit Oktober 2021  wieder zurück bin im Tierheim Tecklenburger Land. Ich hatte ein tolles zuhause. Aber der Reihe nach. Gefunden 2020, bin ich im Tierheim Tecklenburger Land gelandet. Es hat sich  fix herausgestellt, daß ich ein pfiffiges Kerlchen bin, aber auch extrem sensibel. Kann ja mal vorkommen. Die Tierpefleger haben sich das genauer angeschaut und festgestellt, wo mein Problem lag. Alleine sein ist blöd, das mag ich gar nicht. Jedesmal wenn sie den Zwinger verlassen wollten, habe ich versucht, sie fesetzuhalten. Am Ärmel, am Hosenbein, was ich gerade so zu packen bekommen habe. Wir haben daran gearbeitet, ich mußte sitzen, dann gab es Kekse, die Pfleger sind heil raus, alles gut. Da ich gerne mitarbeite, wurde viel mit mir gemacht. Suchspiele, ein bißchen Agilty ( in Maßen, bin ja kein "Aussie") und die ganzen Grundkommandos. Obwohl ich anfangs Schwierigkeiten hatte mich länger zu konzentrieren, kann ich die jetzt jetzt alle im Schlaf.  Autos und Fahrradfahrer sind allerdings ein Problem. DIe regten mich damals schon furchtbar auf. Da wurde ich quasi zum Flummi. Aber prinzipiell händelbar. Es hat ein bißchen gedauert, aber wir haben dann die richtigen Leute für mich gefunden. Nach mehrfachen Spaziergängen, viel Beschäftigung mit mir im Freilauf ohne und mit Leine bei denen ich deutlich gezeigt habe wie ich ticke, haben wir alle beschlossen, ja, das könnte klappen. Hat es auch, aber leider nicht so ganz. Nach gut einem Jahr hat sich herausgestellt, daß ich mit zunehmendem erwachsen werden zumindest für einen Teil meiner Dosis etwas zu komplex bin. Zuviel Energie die raus muss. Und nun sitze ich seit Oktober 2021 wieder hier und warte sensüchtig auf ein neues zuhause.

So extrem wie bei meiner Rückkehr angekündigt war ich dann allerdings doch nicht. Ja, ich bin immer noch ungern allein. Ja, mein Nervenkostüm ist immer noch so sensibel, daß ich bei passendem Befinden auch auf ein Blatt im Wind reagieren kann. Und mich dann hochfahre und abdrehe, Das Gute ist aber: Ich habe gelernt mich zu beherrschen. Ein Beispiel: Im Normalfall ticke ich völlig aus wenn ich andere Hunde sehe, fliege in die Leine, will dahin, belle und mache "den Herrmann" wie die Pfleger sagen. Ich kenne Herrmann zwar nicht, aber der muss einen echten Lattenschuß haben. Egal. Wichtig ist doch: Ich kann auch anders. Nämlich:  Ruhig bleiben, erst den anderen Hund angucken, dann meinen  Rudelfüher, Lob und Keks abgreifen und weiter gehts. Was noch besser ist: Wenn ich den Hund mehrfach gesehen habe, ist er harmlos, ich kann ganz cool an ihm vorbeigehen. (OK, Ausnahmen gibt`s  immer) Oder noch besser: Wir gehen zusammen spazieren. Hier im Tierheim läuft das ganz prima! So ist das übrigens mit vielen Dingen wie z.B.  Pferde, Katzen, Hühner, (die sollten aber bitte trotzdem n i c h t im neuen zuhause sein). Es läßt sich auch auf Autos und Fahrräder übertragen, aber das ist wegen der schnellen Bewegung von denen manchmal etwas schwieriger. Zur Sicherheit trage ich übrigens immer einen Maulkorb wenn ich draußen unterwegs bin. Der hat quasi einen psychologischen Effekt. Die Zweibeiner am anderen Ende der Leine sind viel "gechillter" und das überträgt sich super auf mich. Manchmal sind die doch gar nicht so dumm, die Lebewesen auf zwei Beinen. Wer hätte das gedacht.

Das wichtigste kommt allerdings zum Schluß. Ach kommen Sie, jetzt haben Sie so lange durchgehalten, das schaffen Sie jetzt auch noch. Wenn ich den passenden Rudelchef habe, dann orientiere ich mich sehr gerne an ihm. Lasse Führung zu und bin ganz froh, das ich die nicht mehr übernehmen muss. Ich kann zur Ruhe kommen, darf Hund sein und bin einfach nur glücklich. Das ist das mit dem Herz...,.Sie wissen schon....